Forderungen zu mehr Gerechtigkeit

 

„Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind.“

Diesem Bibelwort aus Sprüche 31,8 weiß sich die Heilsarmee von Beginn an verpflichtet. Bereits Catherine Booth, die Mitbegründerin der Heilsarmee, schrieb an Queen Victoria, um sie auf den Verkauf von jungen Mädchen in die Prostitution hinzuweisen. Auch heute steht die Heilsarmee im Kampf gegen gesellschaftliche Missstände, strebt nach sozialer Gerechtigkeit und setzt sich für die Armen und Unterdrückten ein.

Engagement für Soziale Gerechtigkeit

Soziale Gerechtigkeit lässt sich nur dann erzielen, wenn die Reichen und Starken von sich aus einige ihrer Privilegien aufgeben – darauf wies Marie Willermark, Territorialleiterin der Heilsarmee in Deutschland, Litauen und Polen, in einem Statement zur ARD-Themenwoche „Gerechtigkeit“ im November 2018 hin.

In einem Statement, das die Heilsarmee in Deutschland gemeinsam mit der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) herausgab, deren Mitglied sie ist, forderte sie eine humane europäische Flüchtlingspolitik. Hilfe für Menschen in lebensbedrohlicher Not, insbesondere im Mittelmeer, müsse oberste Priorität in der deutschen und europäischen Flüchtlingspolitik erhalten.

Im Sommer 2018 wies die Heilsarmee auf die verheerenden Folgen hin, die die Trennung von Familien, wie sie an der US-Grenze zu Mexiko praktiziert wird, für die Betroffenen hat. Sie forderte die Verantwortlichen dazu auf, Lösungen zu finden, um die Familien rasch wieder zusammenzuführen.

Und anlässlich des 70. Jahrestages der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte veröffentlichte das Internationale Hauptquartier in London eine Broschüre zu diesem Thema. Darin wird unter anderem festgestellt, dass zu wenige Christen den Wert der Menschenrechte zu schätzen wissen. Sie alle werden aufgefordert, diese als konstitutive Elemente von Gottes Mission in der Welt ernst zu nehmen.

S. O. S. – Gegen Menschhandel und Seelenfänger

Für drei Videospots im Rahmen der Kampagne konnte der polnische Schauspieler Tomasz Oświeciński gewonnen werden. Foto: Marta Rybicka

Menschenhandel: ein großes Problem in der heutigen Zeit. Daher ruft die internationale Heilsarmee in jedem Jahr zu einem Gebetstag gegen Menschenhandel auf. Seit 2016 engagieren sich mehrere Mitarbeiterinnen der Heilsarmee in Polen insbesondere gegen die Ausbeutung von Arbeitskraft. Die jungen Frauen haben ein System entwickelt, mit dem sie ermitteln, ob Arbeits­angebote, insbesondere aus dem Ausland, seriös oder riskant sind. Sie kümmern sich auch um Menschen, die aus einer Ausbeutungssituation zurückkommen und wieder Fuß fassen möchten. Viele Betroffene sind sich ihrer Rechte gar nicht bewusst und arbeiten für Hungerlöhne und unter schlechten Bedingungen.

2018 startete die Heilsarmee in Polen gemeinsam mit Polizei und Presse die Kampagne „S. O. S. – Gegen Menschhandel und Seelenfänger“. Für drei Videospots konnte ein bekannter polnischer Schauspieler (Tomasz Oświeciński) gewonnen werden.